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Aus der Praxis

Probiert es einfach mal! Ihr könnt bei solchen Wettbewerben nur profitieren!

Timo Samson hat zusammen mit acht Mitschülern am Young-Economic-Summit (YES!) teilgenommen. YES! ist ein gemeinsames Projekt der ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft und der Joachim Herz Stiftung. Hier entwickeln und präsentieren Schülerteams Lösungen für ökonomische, ökologische und gesellschaftliche Probleme. Das YES! steht seit 2015 unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi).

Das Gespräch wurde vom RKW Kompetenzzentrum durchgeführt.

Wie funktioniert der YES!-Wettbewerb?

Das Besondere bei YES! – Man wählt selber ein aktuelles soziales, wirtschaftliches oder politisches Problem und findet gemeinsam mit seinem Team eine Lösung. Diese Lösung wird dann auf Englisch bei den deutschlandweiten Regionalfinals präsentiert und von den anderen Teams bewertet. Die besten Teams dürfen beim Bundesfinale präsentieren, wo der Gewinner wiederum von den anderen Teams bestimmt wird. Die Siegerideen werden im BMWi in Berlin ausgezeichnet.

Welche Aufgabenstellung hat Dein Team bearbeitet?

Wir hatten ein sehr aktuelles Thema – wir sollten eine Lösung finden, wie man die „neue“ Arbeitslosigkeit bekämpfen kann, die durch die Digitalisierung entsteht. Da die Digitalisierung immer weiter voranschreitet und immer mehr Fabrik- und Bürojobs ersetzt, mussten wir einen Weg finden, die Menschen, deren Jobs ersetzt werden, neu in die Digitalisierung einzubinden und fortzubilden. Explizit wurde dabei in unserer Aufgabenstellung nach Weiterbildung gefragt, weswegen wir uns damit besonders intensiv beschäftigt haben.

Wie seid ihr bei der Entwicklung der Lösung vorgegangen?

Wir haben uns mehrmals zusammengesetzt und zunächst kreatives Brainstorming betrieben. Unser größtes Problem war, dass wir uns anfangs an Kleinigkeiten aufgehangen haben und nicht „das große Ganze“ besprochen haben. Nachdem wir uns darauf konzentriert hatten, konnten wir sehr produktiv weiterarbeiten. Wir haben uns als Team das Konzept in zwei Ressorts aufgeteilt, so dass wir inhaltlich genau und arbeitsteilig vorgehen konnten. Jedes Teammitglied konnte sich das Ressort aussuchen, wodurch alle nicht nur mehr Spaß hatten, sondern sich auch auf ihr Thema mit hoher Motivation konzentrieren konnten. In meiner Rolle als einer von zwei Teamleitern habe ich in beiden Teams koordinierend mitgearbeitet. Super war auch, dass uns YES! eine eigene Cloud zur Verfügung gestellt hat, so dass wir alle online jederzeit auf unsere Daten zugreifen und sie gemeinsam sortieren konnten.

Ihre Rolle war es, das Team zu koordinieren – was haben Sie dabei gelernt?

Ich würde sagen, dass ich gelernt habe, flexibler zu sein, da nicht immer alle ihre Aufgaben bis zur Deadline fertig haben. Es gibt viele mögliche Gründe, warum das so ist – vielleicht hatte die Person gerade Stress oder es gibt andere Aufgaben, die ihr mehr liegen. Das muss man dann im gemeinsamen Gespräch klären und im Team zusammen eine Lösung finden.

Wenn man an solch einem Wettbewerb teilnimmt, erlernt man intuitiv eine Menge an neuen Fähigkeiten, ohne es überhaupt bewusst mitzubekommen, sagt unser Lehrer-Coach immer wieder. Dies sind insbesondere „Soft Skills“, also Teamfähigkeit, Zielorientierung, Konfliktfähigkeit, Kreativität, Ausdauer, Stressfähigkeit und Zeitmanagement. Das läuft nicht so, dass man sich hinsetzt und das aus einem Buch auswendig lernt, wie man ein Projekt zu managen hat oder wie man die Zeit einteilen muss. Man macht sich seine Gedanken und kann mit der Führungsrolle experimentieren, und wenn es von der Zeit her am Ende knapp wird, müssen eben die richtigen Entscheidungen getroffen werden – auch wenn das einmal nicht funktioniert, hat man zumindest für das nächste Mal aus den Fehlern eine ganze Menge gelernt!

Was würdest du anderen Schülern raten, die darüber nachdenken, an einem Wirtschaftswettbewerb teilzunehmen?

Am Anfang stehen immer die Zweifel. Ist die Idee gut genug? Schaffe ich das neben dem Schulunterricht überhaupt? Reicht die Motivation meines Teams? Für mich ist ganz wichtig, dass ich jemanden habe, mit dem ich über meine Ideen reden kann – jemand, der nicht direkt sagt, dass die Idee nicht funktioniert oder nicht gut genug ist. Wenn die Idee nicht gut sein sollte, kann er/sie mir immer noch erklären, warum, und dann finden wir eine Lösung oder denken weiter.

Ansonsten heißt es immer: Probiert es einfach mal! Ihr könnt bei solchen Wettbewerben nur profitieren! Jede Idee ist willkommen und wird in der Regel auch angehört. Und wenn ihr nur wenige Leute seid, oder sogar alleine, ist das kein Problem! Ich persönlich würde aber raten, dass sobald es ein einigermaßen umfangreicherer Wettbewerb ist, man sich zu einem Team von zwei bis maximal sechs Leuten zusammenschließt. Wenn ihr keine Ahnung habt, wie ihr anfangen sollt, traut euch einfach und schreibt die Organisatoren an!

Dieses Expertennetzwerk, das hinter einem solchen Wettbewerb steht, hilft euch gerne. Die Leute, die Wettbewerbe organisieren, kennen sich in der „Szene“ gut aus und können euch weiterleiten. Alle, die ich kennengelernt habe, waren super nett und hilfsbereit! Und ganz generell – Wer lernbereit und interessiert ist, hat auch sehr viel Spaß dabei! Ich kann YES! nur unbedingt empfehlen.

Timo Samson, 17 Jahre, Klasse 11 der Internatsschule Hansenberg, Geisenheim, Hessen

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