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Aus der Praxis

Das war ein ständiger Innovationsprozess, bis zum Finale hin.

Tim Bingert hat im TeamHydrolution“ in der Wettbewerbsrunde 2015 bei „Jugend gründet“ teilgenommen. Das Team wurde bei der Bundessiegerehrung mit dem siebten Platz ausgezeichnet.

Das Gespräch wurde vom RKW Kompetenzzentrum durchgeführt.

In der ersten Phase geht es bei „Jugend gründet“ darum einen Businessplan zu schreiben. Auf welche Geschäftsidee seid ihr im Team gekommen?

Wir haben einen Deckel entwickelt, der den Benutzer an das Trinken erinnern soll. Jeder kennt das aus dem Alltag – man bekommt Kopfschmerzen und merkt: „Ich habe heute schon wieder vergessen, genügend Flüssigkeit zu mir zu nehmen.“ Der Deckel lässt sich auf fast jede Flasche schrauben. Er misst regelmäßig den Füllstand und kann so überprüfen, ob genügend getrunken wurde. Ändert sich der Flüssigkeitsstand über einen zu großen Zeitraum nicht, sendet der Deckel eine Erinnerung an das Smartphone des Nutzers.

Habt ihr die Produktidee über die Wettbewerbszeit weiterentwickelt?

Das war ein ständiger Innovationsprozess, bis zum Finale hin. Um annähernd zeigen zu können, wie unser Produkt funktioniert, haben wir für das Finale sogar einen halb funktionsfähigen Prototyp gebaut. Dabei mussten wir uns noch einmal ganz besonders intensiv mit den einzelnen Komponenten auseinandersetzen.

Um die Entfernung zwischen dem Deckel und der Flüssigkeit zu messen, hatten wir zuerst ein Ultraschall-Entfernungsmessgerät im Sinn. Später sind wir dann durch viel Recherche im Internet auf ein Lichtentfernungsmessgerät gestoßen, was wesentlich kleiner und kompakter ist. Das hat uns schlussendlich auch ermöglicht, die gesamte Technik in den Deckel zu packen. Anfangs waren wir noch davon ausgegangen, dass wir einige Teile in die Flasche auslagern müssen. Entsprechend hat sich unser Design über die Zeit verändert.

Was war deine Rolle im Team?

Zunächst habe ich mich intensiv damit befasst, wie sich unsere Idee technisch umsetzen lässt. Die Frage, wie wir den Füllstand in der Flasche messen, hat dabei viel Zeit in Anspruch genommen. Nach und nach konnte ich mich meiner großen Passion zuwenden – den Finanzen und allen Fragen, die etwas mit Zahlen zu tun hatten. Ich interessiere mich schon seit Langem sehr stark für Mathematik. Darüber wurde auch mein Interesse an Betriebswirtschaftslehre und Volkswirtschaftslehre geweckt, weil man dort auch viel mit Zahlen arbeiten kann. Ich war dann also der „Finanzer“ in meinem Team. Wir haben uns die Aufgaben im Team aufgeteilt. Wirklich jeder hat ein Thema gefunden, was er gerne bearbeitet hat.

Ihr habt es unter die zehn besten Teams geschafft und wart beim Bundesfinale in Wolfsburg dabei. Kannst du beschreiben, wie du das Finale erlebt hast?

Da muss man zuerst einmal dem Organisationsteam von „Jugend gründet“ ganz großen Respekt zollen. Auch schon beim Zwischenfinale hatten die es geschafft, ein wunderbares Programm auf die Beine zu stellen. Wir sind am Donnerstag in Wolfsburg angekommen. An dem Tag war auch direkt die Entscheidung. Wir haben unseren Messestand aufgebaut und unsere Produktidee in einer vierminütigen Präsentation in drei Runden vor der Jury vermarktet. Am Freitag durften wir noch einmal vor den VIP-Gästen vortragen.

Nach der Siegerehrung wurden wir richtig verwöhnt. Wir haben eine Werksbesichtigung gemacht und konnten den Fertigungsprozess von zwei Autotypen beobachten. Vom Zusammenbau der ersten Einzelteile bis hin zum fertigen Wagen. Das war wirklich super, auch was uns dort erklärt wurde, war total interessant. Danach waren wir alle zu einem leckeren Abendessen eingeladen.

Wie habt ihr euch auf die Präsentation vor der Jury vorbereitet?

Beim Zwischenfinale war es eine foliengestützte Präsentation. Da ist es wichtig, die Folien nicht zu sehr mit Informationen zu überladen. Für den Vortrag hatten wir – wie auch im Finale – nur vier Minuten Zeit. Da ging es darum, das Wichtigste knapp und verständlich auf den Punkt zu bringen. Wir haben die Funktionsweise unseres Produktes, die Alleinstellungsmerkmale sowie unsere Überlegungen bezüglich der Kundengruppe, auf die wir uns fokussieren wollten, in den Vordergrund gestellt. Natürlich haben wir die Präsentation im Vorfeld auch einige Male geübt. Da es ein kurzer Vortrag war, hatten wir uns dann gedacht: „Wenn wir den Text mehr oder weniger auswendig lernen, dann kann auch nichts schiefgehen.“ Und genau das hat die Präsentation sehr steif wirken lassen. Im Finale haben wir das besser hinbekommen. Wir waren sehr gut vorbereitet und haben es frei und locker rübergebracht.

Würdest du anderen SchülerInnen raten, bei „Jugend gründet“ mitzumachen?

Ja, auf jeden Fall! Es hat uns allen wirklich viel Spaß gemacht, unsere eigene unternehmerische Idee zu entwickeln und unser Unternehmen voranzutreiben und auch zu sehen, was die anderen Teams für Ideen hatten. „Jugend gründet“ hat uns wirklich motiviert, am Thema Wirtschaft weiter dranzubleiben. Fast jeder aus meinem Team macht nächstes Jahr wieder bei einem Wirtschaftswettbewerb mit.

Das ist das Gute an unserem Konzept am Hansenberg, dass man sich stets steigern kann. Für dieses Entrepreneurship-Konzept, genannt BIRCH (Business-Innovation-Responsibility-Communication@Hansenberg), wurde die Schule sogar von der EU mit dem Titel „Entrepreneurial School of the Year 2015“ ausgezeichnet.

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