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Aus der Praxis

Zweiter Platz beim SBA 2014: Motivationsschub für das ganze Team.

Interview mit Max Jakob Krane und Oberstufenkoordinator Frank Weigel von der Evangelischen Schule Neuruppin.

Max, Du bist Schüler und Vorsitzender des Aufsichtsrats der Tasca Schüleraktiengesellschaft der Evangelischen Schule Neuruppin. Da sind – wie im Internet zu lesen ist – immerhin fast 40 Schülerinnen und Schüler der 8. bis 12. Klasse aktiv. Was genau tut Ihr?

Max Krane: Also, wir betreiben ein Schülercafé. Das heißt: Während der Schulzeit verkaufen wir da kleine Snacks und Getränke. Und für die Oberstufe haben wir eine Essensausgabe im Programm, die machen wir mit einem Kooperationspartner zusammen, Kantine B hier in Neuruppin. Die liefern uns das Essen an, und wir bringen das an den Mann. Außerdem organisieren wir Abendveranstaltungen. Highlights sind z.B. das Schulfest oder auch unsere Silvesterfeier.

Herr Weigel, Sie sind schon seit Beginn der Tasca SAG als Betreuer mit dabei. Wie ist die Idee entstanden?

Frank Weigel: Die Idee ist vor neun Jahren entstanden, so lange gibt es die Tasca schon. Ursprünglich war nur geplant, ein Themencafé an der Schule zu etablieren, das regelmäßig Abendveranstaltungen anbietet. Dabei stellte sich heraus, dass die Schüler auch gerne tagsüber ins Café wollten. Also musste ein Imbissangebot her, das wir dann mit unserem Kooperationspartner gemeinsam entwickelt haben. Die Essensversorgung kam dann später noch dazu. Und weil damals bei uns gerade Spanisch als Fremdsprache eingeführt worden war, kam der Name Tasca zustande. Im iberischen Raum gibt es ja überall diese kleinen Tapasbars, die heißen da sehr oft Tasca.

Max, Ihr führt – wie gesagt – auch Abendveranstaltungen durch. Was passiert da?

Max Krane: Wir haben oft Gäste bei uns, die Vorträge halten, z.B. zu aktuellen Themen. Jetzt gerade vor einer Woche hatten wir jemanden aus Uganda, der uns gezeigt hat, wie das Leben in Uganda abläuft. Das Thema gehörte zu unserem Tag für Afrika, den wir einmal im Jahr an unserer Schule haben. Aber wir haben auch Theateraufführungen, Lesungen, Podiumsdiskussionen und Filmvorführungen, z.B. im Rahmen unserer Reihe TASCA-Science. Im Schnitt um die 100 Abendveranstaltungen im Jahr.

Herr Weigel, das ist ja schon ein Riesenprogramm. Was bringt das den Schülerinnen und Schülern aus Ihrer Sicht?

Frank Weigel: Das Unternehmen agiert ja real auf dem Markt. Damit ist es ein idealer Lern- und Handlungsort. Im Mittelpunkt steht die praktische Anwendung von Kompetenzen, die die Schülerinnen und Schüler innerhalb und außerhalb des Unterrichts gewonnenen haben. Also im besten Sinne dieses Sinnspruchs, den wir alle kennen: Wir sollen nicht für die Schule lernen, sondern für das Leben.

Max, siehst Du das auch so?

Max Krane: Ja klar. In erster Linie bekommen wir so erste Eindrücke von betriebswirtschaftlichen Abläufen. Ganz wichtig ist bei uns das Teamwork. Wir im Vorstand müssen ja immer den Kontakt zum Team halten, und das Team muss mit uns kooperieren. Teamwork ist die halbe Miete.

Nun gibt es ja TASCA schon eine ganze Weile. Was habt ihr erreicht? Ihr seid ja nicht nur beim SCHÜLER-BUSINESS-AWARD 2014 unter den Gewinnern gewesen.

Max Krane: Wir haben das Masterprojekt des Rotary-Clubs Neuruppin gewonnen, haben beim Best-Practice-Projekt der Bildung für nachhaltige Entwicklung und für Globales Lernen im Rahmen des Bildungskongresses WeltWeitWisse mitgemacht, sind da auch unter die ersten Platzierungen gekommen. Und auf einen dritten Platz bei „Wer wirbt gewinnt“ der Servicestelle Schülerfirmen. Das sind so die Highlights.

Nicht zu vergessen den SCHÜLER-BUSINESS-AWARD des Bundeswirtschaftsministeriums. Da seid ihr letztes Jahr auch zweiter Sieger gewesen. Kannst Du einschätzen, wie und warum ihr das jeweils geschafft habt?

Max Krane: Das kommt immer auf den Wettbewerb an. Bei den meisten Projekten muss man einen Businessplan einreichen, und eine Jury wählt das beste Projekt aus. Und dann gibt es wiederum die Variante wie beim SCHÜLER-BUSINESS-AWARD, da stimmen erst einmal die Schüler ab. Das ist schwierig. Es ist eine ganz andere Herausforderung. Wenn es zum Beispiel eine andere Schülerfirma gibt, die es schafft, an ihrer Schule einfach 600 Stimmen zu mobilisieren, dann wird es eng. Obwohl man das natürlich auch erst einmal schaffen muss.

Was bedeutet das für Euch, beim SCHÜLER-BUSINESS-AWARD gewonnen zu haben?

Max Krane: In erster Linie ist das ein Motivationsschub für das ganze Team. Und das wird dann auch im ganzen Team zelebriert. Und es ist natürlich immer schön, wenn man auch zeigen kann, was man gewonnen hat. Darum haben wir unsere Auszeichnungen auf unserer Homepage aufgeführt. Und mit den Geldpreisen refinanzieren wir neue Projekte. Von dem Preisgeld, das wir vom SCHÜLER-BUSINESS-AWARD bekommen haben, haben wir zum Beispiel neues Geschirr für unser Cafe gekauft.

Welchen Ratschlag würdest Du anderen Schülerfirmen geben, die sich beim SCHÜLER-BUSINESS-AWARD 2015 beteiligen wollen?

Max Krane: Im Grunde braucht man natürlich eine gute Idee. Und diese Idee muss man gut rüberbringen. Mit Bildern, zu denen man jeweils noch ein, zwei Sätze schreiben sollte, so dass die Leute, die sich das angucken, schnell verstehen, worum es geht. Kurz und knackig. Ich denke, der erste Eindruck ist immer entscheidend bei so etwas. Wenn der erste Eindruck schon mal schlecht ist, weil man sich erst einen Roman durchlesen muss, dann gucken sich die Leute von der Jury das meistens auch nicht mehr so genau an.

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