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Aus der Praxis

Wenn man so ein Team hat wie ich, kann man wenig falsch machen.

Gina-Sophie Meier ist 18 Jahre alt und hat gerade ihr Abitur am Wolterstorff-Gymnasium Ballenstedt gemacht. In den letzten zwei Jahren hat sie dort die Schülerfirma EMC geleitet.

Das Gespräch wurde vom RKW Kompetenzzentrum durchgeführt.

Was macht die Schülerfirma EMC? Wie sieht euer Geschäftsmodell aus?

Der Name unserer Schülerfirma setzt sich aus den Buchstaben „E“ für Eventmanagement, „M“ für Merchandising und „C“ für Catering zusammen. Wir helfen zum einen bei Veranstaltungen in der Schule, wie beim Tag der offenen Tür oder beim Hoffest. Zum anderen unterstützen wir die Stadt bei Events mit dem Catering, zum Beispiel beim Neujahrsempfang. Dort waren wir für den Getränkeverkauf und das Abräumen des Geschirrs zuständig. Außerdem gestalten wir unsere eigenen Artikel, wie T-Shirts, Pullover, Planer, Kulis und Antistressbälle. Diese Produkte verkaufen wir bei Veranstaltungen oder in den Pausen an unserer Schule.

Wie ist es dazu gekommen, dass du bei der EMC-Schülerfirma eingestiegen bist?

In der EMC-Schülerfirma sah ich meine Chance, etwas Neues zu lernen und mich neu zu entdecken. Und für jede geschaffte Aufgabe wurden wir mit einer kleinen Einnahme belohnt – zum Beispiel haben wir der Theater AG bei ihren Aufführungen geholfen. Das beinhaltete die Organisation des Eintritts, den Verkauf von Getränken in der Pause und die Spendensammlung nach der Vorstellung.

Wie sieht euer Firmenalltag aus und wie läuft eure Zusammenarbeit?

Einen wirklichen Firmenalltag gibt es bei uns nicht. Wir haben keinen bestimmten Rhythmus, nach dem wir uns treffen. Je nachdem, wie viel zu tun ist, kommen wir häufiger oder seltener zusammen. Es gibt aber bestimmte Abläufe, die bei jeder Veranstaltung gleich sind. Wir stellen uns immer die folgenden Fragen: Wer arbeitet an welcher Stelle? Wie viele Getränke benötigen wir? Wann treffen wir uns vor der Veranstaltung? Das Bestellen der Planer, Pullover und T-Shirts beinhaltet ebenso einen Ablauf, den wir immer einhalten: Wir teilen Bestelllisten an die Klassen aus, um die benötigte Anzahl von Artikeln zu erhalten. Dann gehen die Listen an uns zurück und die Klassen sammeln das Geld ein. Danach bestellen wir die gewünschten Produkte. Bei den T-Shirts und Pullovern organisieren wir natürlich auch eine Anprobe.

Was motiviert dich an der Arbeit in der Schülerfirma?

Die Arbeit an sich motiviert mich – wenn man so ein Team hat wie ich, kann man wenig falsch machen. Wir haben als Team zusammengehalten und Probleme gemeinsam gelöst. Motivation heißt für mich, viele neue Erfahrungen zu machen und nebenbei Spaß an der Sache zu haben – und genau das hat diese Schülerfirma in sich. Ich werde die Arbeit vermissen.

Was nimmst du aus deiner Zeit bei der EMC-Schülerfirma mit?

So ein Projekt bringt meiner Meinung nach nur Vorteile – insbesondere die Praxiserfahrungen, die ich während des Projektes sammeln konnte. Außerdem habe ich mir Dinge angeeignet, die ich im normalen Unterricht nicht gelernt hätte. Finanzen checken, Veranstaltungen organisieren – das war alles neu für mich. In einer Schülerfirma muss man aus sich herauskommen und sich in das Team integrieren. Man wird echt mutig, wenn man vorher schüchtern war. Man lernt viel fürs Leben.

Habt ihr einen Coach oder Mentor? Wie hilft er euch?

Die letzten Jahre hatten wir immer eine Lehrerin, die uns zur Seite stand. Jedoch wurde diese krank und ich musste die Schülerfirma dann alleine managen. Zwischendurch konnte ich mich bei Fragen immer an meine Klassenlehrerin oder an die Schulleiterin wenden. Jetzt zum Ende hin, als ich die Schülerfirma an meine Nachfolgerin übergeben habe, wurde sowohl eine neue zuständige Lehrerin zugeteilt, als auch ein Coach von der Stadt zur Hilfe geholt. Die Schülerfirma soll nächstes Jahr noch größer werden.

Würdest du anderen Schülerinnen und Schülern die Teilnahme an Schülerfirmen-Projekten empfehlen? Wenn ja, warum?

Ja, würde ich. Meiner Meinung nach ist die Erfahrung und Entwicklung dabei ein großer Pluspunkt. Ich habe aus den Jahren in der Schülerfirma sehr viel für mein zukünftiges Leben mitgenommen.

Kannst du dir vorstellen, auch später mal eine Führungsposition in einem Unternehmen einzunehmen?

Ich habe in den Jahren Grundkenntnisse darüber erhalten, wie ein Unternehmen koordiniert und geführt werden muss und wie wichtig planerisches Vorgehen dabei ist. Und ich denke, dass ich so etwas später auch sehr gerne machen würde. Ob es da dann für eine Führungsposition reicht oder ob ich es überhaupt schaffe, bleibt offen. Aber ja, vorstellen kann ich es mir sehr gut.

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