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29.09.2021

Mit einer Seife gegen Corona – Der Deutsche Gründerpreis für Schülerinnen und Schüler 2021

Team "Hyclean" des Schlossinternats Hansenberg setzt sich gegen die nationale Konkurrenz durch

Das Team „Hyclean“ des Internats Schloss Hansenberg setzte sich mit der Flüssigseife „Hysoap“, mit der das Händewaschen gerade in Coronazeiten gründlicher wird, gegen eine Konkurrenz aus 715 Team aus mehr als 3.000 Schülerinnen und Schülern anderer Schule durch. Die Seife verfärbt die Hände blau und zeigt so die Stellen, die man nicht richtig eingeseift hat. Am 14. September erhielten sie in Berlin den Deutschen Gründerpreis für Schülerinnen und Schüler 2021 und wurden gemeinsam mit den Preisträgern der Kategorien Start-up (Yuri GmbH), Aufsteiger (Wildling Shoes), Lebenswerk (Alnatura-Gründer Professor Dr. Götz Rehn) sowie dem Gewinner des Sonderpreises (BioNTech) geehrt.

„Unternehmergeist kann nicht früh genug geweckt werden. Wir brauchen mehr mutige Macher von Morgen, so wie das Team „Hyclean“. Sein Produkt „Hysoap“ passt genau in die herausfordernde Zeit, die aber, wie man sieht, für Gründerinnen und Gründer auch Chancen mit sich bringt“, sagte dabei die Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Frau Elisabeth Winkelmeier-Becker, die die Laudatio hielt.

„Wir können unser Glück immer noch nicht fassen. Wir wollten einfach nur am Wettbewerb teilnehmen. Dann waren wir plötzlich unter den besten zehn Teams, und jetzt stehen wir als Sieger da“, freute sich Felix Zimmermann vom Team „Hyclean“. Zusammen mit seinen gleichaltrigen Mitschülerinnen und Mitschülern Katharina Godon, Carla Stegmayer, Adrian Scariot und Seyed-Farnud Atyabi hatte der 18-jährige die Seife während des Corona-Lockdowns im vergangenen Jahr erdacht, entwickelt und beim Deutschen Gründerpreis für Schülerinnen und Schüler nicht nur die Jury begeistert.

Kreativität und Innovation im Homeoffice

Quasi im Homeoffice hatten die fünf jugendlichen Erwachsenen die Seife entwickelt. Während des Lockdowns wohnten sie alle wieder zu Hause bei den Eltern, was die Kommunikation noch deutlich erschwerte. In gemeinsamen Online-Konferenzen entwickelten sie erste Ideen, trennten die Spreu vom Weizen und entschlossen sich dann für die „Hysoap“. „Wir haben uns die Probleme in unserer Umgebung angeschaut und dann nach entsprechenden Lösungen gesucht. Wir haben viele Ideen angedacht, dann aber wieder verworfen“, sagt Zimmermann.

Seife ohne Mikroplastik und Palmöl

Verworfen hatten sie unter anderem eine App nach Tinder-Art, die den User bei der Suche nach dem richtigen Studien- oder Ausbildungsplatz unterstützen sollte, sowie eine wärmeregulierbare Decke, die Nachtschwärmern das Einschlafen erleichtern sollte. „Zu geringer Bedarf“, so ihre Einschätzung. Von der Idee der Seife waren sie sofort überzeugt. Ganz besonders von deren Nutzen in der jetzigen Zeit.

In zahllosen Videokonferenzen fingen sie mit der Entwicklung an. Nach Ende des Lockdowns, zurück in der Schule, schlossen sich die fünf Tüftler im Chemieraum ein und fingen – unterstützt von ihrer Chemielehrerin – mit dem Anmischen der Seife und der Entwicklung eines Businessplans an – und landeten einen Volltreffer. Die „Hysoap“ enthält weder Mikroplastik noch Palmöl. Damit sie trotzdem ein angenehmes Hautgefühl hinterlässt und nicht austrocknet, beinhaltet sie rückfettend wirkende Pflegestoffe. Kindergärten, Schulen, Unternehmen sowie Flughäfen und andere öffentliche Bereiche haben die fünf als Zielgruppe ausgemacht.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier dazu: „In der derzeitigen Lage, aktuelle Herausforderungen gemeinsam anzugehen, originelle und innovative Lösungen zu entwickeln, ist eine bemerkenswerte Leistung aller Schüler-Teams beim Deutschen Gründerpreis für Schülerinnen und Schüler.“

Erst das Abitur, dann das Unternehmen

In der Schule sieht man seinen Kurs, die Schülerinnen und Schüler zur kreativen Entwicklung von Geschäftsideen zu animieren, bestätigt. „Wir sind sehr stolz auf unsere Teams des Deutschen Gründerpreises für Schülerinnen und Schüler“, sagt Geschäftsführerin des Internats, Viktoria von Zitzewitz-Schänzer. „Mit ihrer Bereitschaft, in Wettbewerben Lösungen für aktuelle Probleme zu entwickeln, engagieren sich unsere Schülerinnen und Schüler bereits jetzt für unsere Gesellschaft. Wir bieten hierfür den Rahmen. Diese kreative und engagierte Generation von Jugendlichen nimmt die Herausforderungen unserer Zeit an.“

„Wir sind sicher, dass auch nach Corona das Thema Hygiene eine wichtigere Rolle spielen wird als zuvor“, sagt Zimmermann. Das haben inzwischen auch erste Unternehmen erkannt und bereits Interesse angemeldet. Erst einmal wollen die fünf Freunde jedoch im kommenden Jahr ihr Abitur machen. „Wir haben noch nicht gegründet, wollen die Idee nach dem Abi aber unbedingt weiterverfolgen. Erste Gespräche mit interessierten Unternehmen haben wir schon geführt“, sagt Felix Zimmermann.