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Die Idee

Immer mehr Mädchen in Schülerfirmen

Interview mit Iris Gleicke, Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesministerin für Wirtschaft und Energie, zu ihrem Vorsitz bei der Initiative „Unternehmergeist in die Schulen“

Frau Gleicke, Sie haben den Vorsitz bei der Initiative „Unternehmergeist in die Schulen“ übernommen. Was hat Sie dazu bewogen?

Gleicke: Ganz einfach: Es ist heute wichtiger denn je, Unternehmergeist in der Schule zu wecken. Junge Menschen haben tolle Ideen, sie sind neugierig und begeisterungsfähig. Sie wollen die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt in der Praxis kennenlernen. Dazu geben wir ihnen in den verschiedensten Projekten Gelegenheit. Ob in Schülerfirmen, Unternehmensbesuchen oder Präsentationen: Das ist Soziale Marktwirtschaft zum Anfassen. So lernen die Schülerinnen und Schüler erstens was für das Leben und zweitens, wie die Wirtschaft funktioniert.

Spielen bei der Unterstützung in dieser Art von „Gründungsausbildung und -förderung“ auch persönliche Motive eine Rolle?

Gleicke: Natürlich habe ich auch ein durchaus persönliches Motiv dafür, mich in dieser Initiative zu engagieren. Ich komme, wie Sie wissen, aus den neuen Ländern, genauer gesagt aus Thüringen. Und Sie wissen auch, wie die Arbeitsmarktsituation dort ist. Gründungen und berufliche Selbständigkeit sind da sehr wichtige Themen. Da ist Unternehmergeist gefragt.

Stichwort Unternehmergeist: Was genau sollen Jugendliche aus Sicht des BMWi dabei lernen?

Gleicke: Schülerinnen oder Schüler sollen lernen, dass man nicht nur Arbeiter, Angestellter oder Beamter werden kann. Es gibt als Alternative auch den Weg in die Selbständigkeit, der einem viel Freude und Selbstbestätigung verschaffen kann. Und sie sollen lernen, beispielsweise durch Schülerfirmen, wie sie diesen Weg erfolgreich gehen können. Aber es geht uns nicht unbedingt nur darum, dass sich Schülerinnen oder Schüler später tatsächlich selbständig machen, obwohl wir uns im Ergebnis natürlich über alle erfolgreichen Gründerinnen und Gründer freuen, die dafür sorgen, dass unser Mittelstand seine Kraft behält. Aber Eigenschaften wie Kreativität, Verantwortungsbereitschaft und Teamfähigkeit braucht man eigentlich in jeder Ausbildung und an jedem Arbeitsplatz, wenn man sich behaupten und seinen Weg machen will. In diesem Sinne ist Unternehmergeist für alle jungen Leute wichtig. Und nicht zuletzt geht es uns auch um Themen wie soziales Unternehmertum oder bürgerschaftliches Engagement. Auch davon brauchen wir mehr.

Die Unternehmergeist-Projekte der Initiative finden überwiegend an Schulen statt. Wie wichtig sind aus Ihrer Sicht die Schulen, wenn es darum geht, Unternehmergeist bei Jugendlichen zu fördern?

Gleicke: Man kann sie gar nicht hoch genug einschätzen. Lehrerinnen und Lehrer entscheiden schließlich darüber, wie der Unterricht aussieht und was und wie die Schülerinnen und Schüler lernen. Man muss dabei ja auch bedenken, dass die Jugendlichen heutzutage viel mehr Zeit in der Schule verbringen als früher. Allein daran lässt sich doch ablesen, wie wichtig die Schule für ihre Entwicklung ist. Die Schulleiter spielen da eine entscheidende Rolle. Sie können einiges dafür tun, dass Projekte wie etwa Schülerfirmen an ihren Schulen stattfinden und dass sich mehr Lehrerinnen und Lehrer für solche Projekte interessieren und zur Verfügung stellen. Schulleiter und Lehrer sind deshalb für uns eine ganz wichtige Zielgruppe. Denn es wird weitere Lehrerfortbildungen und Schulleiterkongresse im Bundesministerium geben, bei denen ich für den Unternehmergeist an Schulen werben möchte.

Welche Akzente wollen Sie während Ihrer „Amtszeit“ setzen?

Gleicke: Akzente brauche ich da nicht zu setzen, das machen die Lehrkräfte. Und ich freue mich darüber, wie gut sie das hinkriegen. Außerdem finde ich es gut, dass immer mehr Mädchen bei den Schülerfirmen mitmischen. Rund 50 Prozent der Teilnehmer an Schülerfirmen sind Mädchen, meistens sogar als Geschäftsführerinnen. Es wird zwar noch ein wenig dauern, bis die auch in der richtigen Wirtschaft in den Chefetagen angekommen sind. Aber die werden ihren Weg machen, da bin ich mir sicher.

Iris Gleicke ist Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie und Beauftragte der Bundesregierung für die neuen Bundesländer, für Mittelstand und Tourismus.

Weitere Informationen zur Person auf www.bmwi.de

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